HUGALELE HUGALELE HU HU HU

Lustvolle Bewegung, Förderung der Gemeinschaft, Teamfähigkeit, „Fair-Play“, Kommunikation, Förderung von Selbstständigkeit, strategisches Denken, Organisationskompetenzen, Förderung der Frustrationstoleranz, Förderung der Sozial-, Personal-, Methodenkompetenz, Reflexion und Partizipation, Wettbewerbscharakter, Kreativität

Wie geht das Spiel?

Bei diesem Team-Strategie-Fang-Spiel gilt es, das Hugalele aus dem Feld der gegnerischen Mannschaft zu entwenden und ins eigene Feld zu tragen ohne dabei gefangen zu werden. Jedes Teamfeld hält ein „Leo“ (fangfreie Zone) und ein „Gefängnis“ (für „gefangene“ Kinder) für das gegnerische Team bereit. Aus dem Gefängnis dürfen maximal zwei Gefangene durch ein Teammitglied befreit werden. Alle Kinder gehen am Rand in ihr Spielfeld zurück, sofern das Kind, welches befreien wollte, zuvor nicht gefangen wurde. Wenn doch, bleibt dieses auch im Gefängnis.

Damit dieses Spiel funktioniert, braucht es ein gutes Zusammenspiel der Kinder und eine gute Verteilung, der oft auch unliebsamen Aufgaben wie die des Aufpassens auf Hugalele, Leo oder Gefängnis. Ein Ball, als mobiles Leo, verändert die Spieldynamik und kann ins Spiel eingebracht werden.

Zu Beginn des Spiels erhalten die Kinder Strategiezeit und manchmal auch die Aufgabe, einen Schlachtruf zu entwickeln.

Was haben die Kinder gelernt?

Die Kinder forderten das Spiel, nachdem es endlich wieder gespielt werden durfte, regelmäßig ein. Sie bereiteten das Spielfeld selbstständig vor. Die Kinder lernten beim Selbstorganisieren auch den Frust auszuhalten, wenn sich der Prozess der Findung von Teilnehmer*innen dehnte, aber auch im Spiel, wenn es nicht nach den eigenen Vorstellungen lief und man eine ungeliebte Rolle einnehmen musste. Nach anfänglichem „Draufloslaufen“ entwickelten die Kinder Strategien, kooperierten im Team und verteilten die Rollen. Kooperative Teams erreichten öfter den Sieg, als jene, wo alle blind drauf losrannten. Die Kinder lernten, dass sie die anfängliche Strategiezeit nutzen mussten um  miteinander zu reden. Sie lernten sich auf einander einzulassen und das Schummeln nicht zum gewünschten Erfolg, sondern zu Sanktionen führt (eine Runde aussetzen).

Was haben wir gelernt?

Wir als Betreuungsteam haben gelernt die Gruppendynamik gut einzuschätzen und uns gut miteinander zu verständigen – beim Schiedsrichtern, beim Deeskalieren von Konflikten, die das Spiel auch mit sich bringt oder beim Komplettabbruch, wenn die Konzentration aller Beteiligter gegen Null lief und Chaos durch Kommen und Gehen ausbrach. Wir haben in Konfliktsituationen verschiedenes ausprobiert, z.B.: gemeinsames Unterbrechen des Spiels mit Gruppenreflexion, um die Spannung herausnehmen. Oder Gespräche mit einzelnen Beteiligten, um den Spielfluss nicht zu stören. Beide Methoden haben ein Für und ein Wider.

Wir lernten uns als Betreuungsteam über die Methode einig zu sein und ein einheitliches Auftreten zu haben. Außerdem, dass wir sehr gut auf die Verteilung der Teams achten mussten, damit nicht ein starkes, gegen ein eher schwaches Team antritt. Es gab bei Misslingen einer guten Verteilung manchmal doch Überraschungssiege, wenn das eher schwache Team durch Zusammenarbeit punktete und die sonst so flinken Kinder alle zeigen wollten, was sie konnten und jeder für sich alleine spielte.

Ein Schlachtruf verbindet. Wir haben gesehen, dass die Teams mit dem Bewusstsein für ihren selbst  entwickelten Schlachtruf strategischer zusammenarbeiteten, als jene, die diese Aufgabe als nicht so wichtig empfanden.

Besonderheiten während des Spiels und weiterer Lerncharakter

Fast bei jedem der Spiele war die Durchmischung der Teilnehmer*innen divers. Kinder, Teenies, Jugendliche und Erwachsene spielten alle mit, was einige der Spiele sehr interessant werden lies. Speziell ein sechsjähriges Mädchen fiel neben den sehr geschickten Teenieburschen auf. Sie nutzte mehrmals erfolgreich die Gelegenheit ihr Team zum Sieg zu führen, weil sie von dem anderen Team unterschätzt und nicht beachtet wurde. Sie und ihre mitspielende Mutter waren sehr stolz und wurden von den anderen Teilnehmer*innen  ausgiebig beklatscht. Dieses Spiel ist soviel mehr als ein Spiel. Es spiegelt in einem Spiel das Leben wieder. Mit seinen Höhen und Tiefen. Mit dem „in der Gesellschaft gesehen werden“ oder dem „unter den Radar zu fallen“. Es lässt so viele verschiedene Gefühle zu. Die Parknutzer*innen und auch wir sind sehr froh, dass wir es nach über einem Jahr „Abstinenz“ wieder spielen dürfen.

Petra Klemenschitz

Institut für Erlebnispädagogik und Outdooraktivitäten

Rennweg 79, 1030 Wien

www.parkbetreuung-margareten.at

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