Vom Sabaltnigmoor ins Wunderland –eine virtuelle Reise durch die Literatur

Das Thema Literatur hat eine große Tradition im Jugend- und Stadtteilzentrum come2gether. Vor einigen Jahren installierten wir im Café einen offenen Bücherschrank (der inzwischen schon respektable Ausmaße angenommen hat) und wir veranstalteten eine Buchpräsentation, bei welcher der Autor unseren Besucher*innen aus seinem Werk vorgelesen hat. Zudem animierten wir  unsere Kids, vor allem die Teenies, sich gegenseitig aus Büchern aus unserem Schrank vorzulesen. Da lag es nahe, uns auch im Lockdown ein Format zu überlegen, das sich mit Literatur beschäftigt.

Begonnen hat es gleich im ersten Lockdown, in dem unsere Einrichtung von einem Tag auf den anderen geschlossen werden musste und wir in den virtuellen Raum übersiedelten. Eine der ersten Aktionen, die wir starteten, war ein Rätselkrimi, den wir in zehn Teilen auf unserer Homepage und auf facebook veröffentlichten. Um auch andere Plattformen bedienen zu können, produzierten wir zehn kurze Videos, in dem eine Kollegin die Geschichte vorlas.

Das Interesse auf facebook und unserer Homepage hielt sich in Grenzen, doch die Videos auf Instagram kamen gut an. Darum wurde beschlossen, regelmäßig Geschichten zu veröffentlichen. Um das Urheberrecht nicht zu verletzen, gab es am Anfang eigene Texte zu hören. Der nächste Schritt war dann, unseren Besucher*innen die Sagenwelt aus Österreich näher zu bringen. So spazierten wir durch den Sagenkanon vom Bisamberg zum Erzberg, vom Sablatnigmoor zum Neusiedlersee. Am Ende landeten wir schließlich bei Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“.

Mit dem Vorlesetag verfolgen wir mehrere Ziele:

Wir wollen unseren Besucher*innen Lust auf Literatur machen, sie für Bücher interessieren. Und wir wollen ihnen einen Teil unserer Kultur, nämlich die österreichische Sagenwelt, vorstellen. In Zukunft wollen wir auch die Zielgruppen mehr beteiligen. Es soll nicht dabei bleiben, dass sie sich Sagen aus bestimmten Bundesländern wünschen können. Sie sollen sich auch aktiv daran beteiligen, selbst Geschichten vorlesen, Sagen aus ihrem Kulturkreis präsentieren. Es gibt auch schon Gespräche, dass sie Videos mit selbst produzierter Musik, es gibt einige talentierte Musiker*innen im c2g, unterlegen werden.

Das führt direkt zum nächsten Ziel: Der Vorlesetag soll zu einer Plattform werden, auf der Kids sich und einen Teil ihrer Geschichte präsentieren können. Welche Geschichten haben sie von ihren Eltern und Großeltern gehört? Wo gibt es Entsprechungen in der Sagen- und Märchenwelt aus Österreich? Wo sind die Gemeinsamkeiten? Und wo kommen die Lieblingsgeschichten her?

Ein dritter Aspekt ist natürlich auch, dass unser Programm Spaß machen soll und dass der Vorlesetag auf das come2gether in den Sozialen Medien aufmerksam machen soll.

Zum Teil sind diese Ziele bereits verwirklicht, zum Teil ist ihr Erreichen noch ein weiter Weg. Ein Weg, der leichter wird, wenn wir wieder offen haben werden, wenn unser Bücherschrank wieder geöffnet ist und wenn wir uns mit unseren Zielgruppen wieder face2face unterhalten können.

Christian Orou, Jugend- und Stadtteilzentrum come2gether

https://www.jugendzentren.at/standorte/c2g/aktivitaeten/spuren-im-schnee/

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