Kino der Sinne: Ein “gesundes” Ratespiel

In unserem „Kino der Sinne“ bekamen die Besucher*innen verschiedene Früchte, Gemüsesorten, Nüsse und Trockenfrüchte serviert, die sie mit verbundenen Augen an Geruch, Form und Geschmack erraten sollten. Mit dem Projekt wollten wir den Fokus auf den Geruchs-, Tast- und Geschmackssinn lenken, da sich in unserer Welt sehr viel um den Sehsinn dreht. Wir sahen darin auch eine Übung, einmal auf den Sehsinn bewusst zu verzichten, um den Erfahrungsschatz zu erweitern. Ins „Kino der Sinne“, das wir in mehreren Parks umsetzten, kamen Kinder zwischen 5 und 11 Jahren. Als Augenbinde diente eine Schlafmaske oder Mund-Nasen-Maske, die über die Augen geschoben wurde.

Die Kinder konnten selbst entscheiden, ob sie die Augen lieber zumachen oder mit Maske raten wollten – ein wichtiger Punkt, um die eigenen Grenzen spüren zu können. Wir verteilten zunächst getrocknete Erdbeeren, Maulbeeren, Bananenchips etc. Die Kinder konnten nun riechen und abtasten, was sie bekommen hatten. Sie hatten die Option, das Geheimnis jetzt schon zu lüften oder es mit geschlossenen Augen zu essen. Für welche Variante sie sich auch entschieden hatten, alle Tipps wurden erst etwas später abgegeben, um ausreichend Gelegenheit zum Erschmecken zu geben.

Besonders schön zu beobachten war das große Interesse der Kinder und ihre Bereitschaft, sich auf das Riechen und Schmecken mit geschlossenen bzw. verbundenen Augen einzulassen. Auch steckten sie sich gegenseitig mit ihrer Begeisterung am Raten an und nicht zuletzt schmeckte ihnen das Erratene auch ausgezeichnet!

Wir empfehlen, sich für diese Aktivität an einen ruhigen Platz im Park zu setzen und eher kleinere Gruppen zu nehmen. Als Option kann auch frisches Obst verwendet werden, das zuvor geschnitten und in kleinen Schüsseln verteilt wird. Vorsicht bei Nüssen, wenn Allergiker*innen dabei sind!

Die Teilnehmer*innen des Projektes fanden es „cool“, sich von einem Geschmack überraschen zu lassen. Bedingung dafür war aber, dass sie selbst bestimmen konnten, wie weit sie gehen wollten. Wie weit oder eng auch immer die Grenzen gesteckt wurden, es war aufregend, sich auf diese neue Erfahrung einzulassen.

Kontakt:
Barbara Wackerle, Verein zur Förderung der Spielkultur,

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Stadt Wien MA13

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