Was hat interkultureller Dialog mit Gesundheit zu tun? Ein Projekt zur Sensibilisierung.

Zuallererst: Die Förderung von Gesundheitskompetenz gibt es in der Jugendarbeit nicht erst seit dem aktuellen Jahresschwerpunkt – dies ist eine beispielhafte Erzählung aus der Vergangenheit:

In den Jahren 2010 bis 2012 entschieden sich die Mitarbeiter*innen von JUVIVO.15, aufgrund der steigenden Zahlen von Parknutzer*innen vielfältigster kultureller Bezugssysteme, für die Durchführung eines Projekts zur Förderung des Interkulturellen Dialogs. Dieses richtete sich an erwachsene Parkbesucher*innen im nördlichen Teil des 15. Wiener Gemeindebezirks und wurde vom Europäischen Integrationsfond, vom BMI und der MA17 finanziert. Neben Alphabetisierungs- und Deutschkursen, regelmäßigen Ausflügen, Besuchen von kulturellen Einrichtungen lag ein weiterer Schwerpunkt auf gemeinsamen Aktivitäten zur Gesundheitsförderung bzw. auf erlebnisorientierter Vermittlung gesunder und nachhaltiger Ernährung.

Neben der Auseinandersetzung mit allgemeinen Themen wie Gesundheit, Ernährungsgewohnheiten, Ernährungsalternativen, welche inhaltlich und theoretisch bearbeitet wurden, fanden auch interkulturelle Kochworkshops statt. Das gemeinsame Zubereiten von Speisen und das gemeinsame Essen sind zwar alltägliche Handlungen und doch viel mehr. Essen versorgt uns mit Nährstoffen und bietet Genuss, Erlebnis, soziale Kontakte und spiegelt zudem kulturelle Hintergründe wieder. Als erlebnisorientierte Methode ermöglichen Kochworkshops eine Sensibilisierung für unterschiedliche Themenkomplexe rund um die Ernährung. Ferner wurden Gesundheitszentren besucht bzw. eingeladen, um der Zielgruppe die Möglichkeit zu bieten, sich über gesundheitsbezogene Themen und medizinische Inhalte bzw. Diagnosen zu informieren. Darüber hinaus besuchten wir sämtliche, sich im Projektumfeld befindende soziale Einrichtungen, um den Teilnehmer*innen bei eventuellen Fragestellungen eine Vielfalt an Ressourcen zu eröffnen.

Wir veranstalteten interkulturelle Picknicks sowie Gesprächsrunden im öffentlichen Raum zu Esskulturen und Ernährungsverhalten – beispielsweise fand ein Picknick unter dem Motto „gesunde Jause mit saisonalem Frühlingsgemüse“ statt und es wurden im Park gemeinsam verschiedene Aufstriche und Salate zubereitet. Besonders interessierten sich die Teilnehmer*innen für den verwendeten „Bärlauch“ und die Nutzungsmöglichkeiten dieses Frühlingsblattgemüses, welches den meisten unbekannt war. Es entwickelte sich daraus ein spannendes Gespräch über die in den verschiedenen Herkunftskulturen verwendeten Blattgemüse- und Kräutersorten sowie über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede verschiedener Esskulturen.

Es war interessant zu beobachten, mit welcher Selbstsicherheit die Teilnehmenden sowohl beim gemeinsamen Zubereiten von Speisen als auch bei Gesprächen über verschiedene Aspekte von Ernährung auftraten. Das gemeinsame Picknick erleichterte die Annäherung trotz unterschiedlicher kultureller Bezüge sowie einen Austausch über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der „traditionellen Küche“ und verschiedene Ernährungs- und Lebensgewohnheiten.

Durch gezielte Gesundheitsförderung im Rahmen des Projektes erlangten die Teilnehmenden ein besseres Gesundheitsbewusstsein, wodurch sich auch ihre Lebensqualität verbessert hat. Ihre Koch- bzw. Ernährungsgewohnheiten haben sich in Richtung einer gesunden, nähr- und vitaminreichen Ernährung entwickelt. Auch Kinder profitierten von einem neuen, reflektierten Umgang mit Ernährung und Gesundheit ihrer Eltern und Bezugspersonen, wodurch wir auch unsere primären Zielgruppen stärkten. Es zeigte sich, dass Projekte zur Gesundheitsförderung im öffentlichen Raum als erlebnisorientierte Aktionen die Lust auf Neues wecken und den Austausch unter den Parkbesucher*innen fördern.

Kontakt:

JUVIVO.15

Moni Libisch

https://juvivo.at/standorte/jugendarbeit-15/

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Stadt Wien MA13

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