#jugendtreffmollysmobilimnetz

Der virtuelle Raum ist für Jugendliche ein äußerst bedeutsamer Bestandteil ihrer Lebenswelt. Aus diesem Grund wurde vom Team des Jugendtreff Molly´s der Jahresschwerpunkt „Medienpädagogik“ gewählt. Ziel war es für die unterschiedlichen Bedürfnisse geeignete Konzepte für den virtuellen Raum zu entwickeln bzw. sich diese anzueignen und sich intensiv mit Rahmenbedingungen wie z.B. datenschutzrechtlichen Bestimmungen auseinanderzusetzen.

Diese Überlegungen zu den Angeboten des Jugendtreffs wurden jedoch durch die Auswirkungen der Covid-19 Pandemie durchkreuzt. Die ausgearbeiteten Konzepte zu den Treff-Angeboten – wie auf dem linken Flyer ersichtlich – wurden ruhend gelegt bzw. durch Bestimmungen unmöglich gemacht.

Der Bedarf an Informationsgesprächen und Beratungen wurde von unserer Seite aber sehr hoch eingeschätzt, außerdem musste gewährleistet sein, dass Jugendliche in akuten Krisen, die teilweise direkt mit Corona in Zusammenhang stehen, mit uns in Kontakt treten können.

Welche Erfahrungen wir mit den Veränderungen gemacht haben, wird in diesem Blogbeitrag dargestellt.

März 2020 – ein Monat des Umbruchs

Die Kalenderwoche 11 war geprägt von Pressekonferenzen, Nachrichten lesen und ernsten Gesichtern. Am 13.03. hieß es dann: „Wir schließen den Jugendtreff Molly´s“. So eine Situation hat noch niemand aus dem Team und dem Wiener Familienbund erlebt, doch klar war, dass geplant vorgegangen werden muss, um keine voreiligen Entscheidungen zu treffen. Somit nahmen sich alle Zeit zu recherchieren, das Homeoffice einzurichten und Überlegungen anzustellen, wie die Wochen zu Hause genutzt werden können.

Es wurde die Entscheidung für Information und gegen Instagram-Challenges getroffen (also die Gewährleistung von gesicherten Informationen, Möglichkeit von Beratung und Ansprache) und ein Konzept ausgearbeitet, wie und nach welchen Standards gearbeitet werden kann. Nun machte sich die Arbeit in den Sozialen Medien des vergangenen Jahres bemerkbar, denn dort bestanden bereits aktiv genutzte Accounts. Diese wurden bis dato eher für Öffentlichkeitsarbeit und Angebotsbewerbung genutzt, und weniger für Beratungen.

Die Ausführung

Das Team des Jugendtreff Molly´s beschloss in der von Veränderungen geprägten Zeit, den Jugendlichen Stabilität durch Bekanntes zu geben. Dies geschah mithilfe des Wochenplans – wie auf dem rechten Flyer ersichtlich – welcher die Angebote des Jugendtreffs gliedert. An den verschiedenen Tagen wurde für unterschiedliche Zielgruppen etwas Spezifisches gepostet und der Hashtag #jugendtreffmollysmobilimnetz verwendet.

Bei den täglichen Posts wurde auf Ausgewogenheit zwischen Information zur Covid-19 Pandemie (um Fake News vorzubeugen), Beratungsinhalte, Sportposts, Entertainment und geschlechtssensible Inhalte geachtet.

Vorschläge, was gepostet wird, konnte das gesamte Team einbringen und jede Person hatte die Möglichkeit Kritik zu äußern, wodurch fundierte Entscheidungen getroffen wurden. Posts erstellten die Mitarbeitenden des Jugendtreff Molly´s entweder selbst oder reposteten Beiträge von anderen Seiten, wobei immer auf den Datenschutz und das Urheber*innen-Recht geachtet wurde.

Außerdem war mindestens eine Person des Teams von Montag bis Freitag 13-19 Uhr über Telefon, SMS, Signal, WhatsApp, Instagram und Facebook über gleichbleibende Namen und Nummern erreichbar. Bei diesen Eins-Zu-Eins-Gesprächen und Chats wird auf Prinzipien wie Vertraulichkeit, Transparenz, Niederschwelligkeit und Freiwilligkeit geachtet.

Ziele und Erfahrungen

Das übergeordnete Ziel der Arbeit war weiterhin für die 10-21-jährigen Jugendlichen im 18. Wiener Gemeindebezirk erreichbar zu sein, Information, Beratung und Hilfestellungen anzubieten und Ideen für die Freizeitgestaltung zu teilen. Dies war teilweise schwierig. Manche wussten nicht von der Online-Arbeit (trotz Aushang im Jugendtreff, Verweise auf der Homepage, das Versenden von E-Mails an Schulen und die Verbreitung der Informationen im Währinger Newsletter), andere waren nicht interessiert und wieder andere hatten kein Internet-Guthaben dafür. Somit ist die Arbeit im Homeoffice kein Ersatz für die realen Treff-Angebote!

Doch bei jenen, die weiterhin mit dem Team in Kontakt standen, kamen sowohl das Entertainment-Programm, als auch die Informationsweitergabe an und auch die Chat- und Beratungs-Angebote wurden genutzt. Dabei wurde darauf geachtet, die verschiedensten Beiträge niederschwellig und jugendgerecht zu gestalten. Beispielsweisemit einem Repost von Raf Camora zum Aufruf den Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Auch auf der Seite der Mitarbeitenden sind Fragestellungen aufgetreten, welche bisher kein Thema waren: Hat jede*r einen Computer (inkl. Kamera für die Videokonferenzen) und stabiles und ausreichendes Internet? Wie sieht es mit einem ruhigen Arbeitsplatz aus? Welche Möglichkeiten bietet Instagram und wie geht man mit dem, für Jugendarbeiter*innen ungewohnt langem Sitzen vor dem Computer um?

Einiges konnte mit ausreichend Einarbeitungszeit und Fortbildungen beseitigt werden, anderes mithilfe von Leihgaben und Erfahrungsaustausch im Team. Das Konzept und Angebot #jugendtreffmollysmobilimnetz wird beibehalten. Nun bleibt zu hoffen und alle Anstrengungen dafür zu unternehmen, dass in Wien möglichst wenig Personen an COVID–19 erkrankten und Stück für Stück der Jugendarbeits-Alltag wieder zurückkehrt.

Jugendtreff Molly´s – der Jugendtreff in Währing
Wiener Familienbund
Kontakt:

Stadt Wien MA13

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