GIRLZ*SPACE

Im Rahmen einer erneuten Auseinandersetzung mit der Fragestellung, wie wir unsere Räumlichkeiten in den Jugendbetrieben auch explizit für Mädchen* als Wohlfühlraum gestalten können, haben wir uns schlussendlich auf die Etablierung eines „Mädchen*raums“ in unserem Theater während der Jugendbetriebszeiten geeinigt. Der Weg bzw. die Diskussion zu diesem Entschluss hin war nicht geradlinig und mitunter auch sehr widersprüchlich, trotzdem haben wir uns am Ende dafür entschieden.

Nach mittlerweile einigen Monaten mit dem Girlz*space im Jugendbetrieb können wir nun durchaus auf positive Entwicklungen zurückblicken und wurden gleichzeitig mit neuen Herausforderungen konfrontiert:

Zunächst ist positiv aufgefallen, dass der Raum genutzt wird und wir auch den Eindruck hatten, dass ein paar Mädchen* sich dadurch in den Jugendbetrieb „trauten“, die davor nie kamen.

Aber auch wenn der Raum von Mädchen* offensichtlich gerne genutzt wurde, war die Reaktion bei den Zielgruppen unterschiedlich. Nicht nur die Burschen* beschwerten sich über die „Ungerechtigkeit“, dass es einen extra Raum für Mädchen*, nicht aber für Burschen* gibt. Auch die Mädchen* äußerten teilweise Unverständnis, insbesondere wenn sie das Theater auch mit ihren Freunden* nutzen wollten.

Wichtig in den folgenden Gesprächen besonders den Mädchen* gegenüber war uns einerseits auf den strukturellen Diskriminierungskontext und ganz konkret die statistische Überlegenheit von Burschen* im Jugendzentrum hinzuweisen. Andererseits war es uns wichtig von uns aus zu argumentieren und nicht von den Zielgruppen aus, um einer gegenseitigen Schuldzuweisung vorzubeugen.

Autor*in: Lea Pöder

Kontakt: Verein Zentrum Aichholzgasse / Handy: 0660 998 5674 / Instagram: kistlvza

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