„Corona hat mein Hirn gef***t“

Plädoyer für einen lebensweltorientierten Umgang mit Corona in der offenen Kinder- und Jugendarbeit

Corona stellt Kinder- und Jugendliche vor zahlreiche Herausforderungen. Als Jugendarbeiter*innen ist es unsere Aufgabe, Kids auch in dieser Zeit zu begleiten und zu unterstützen. Erschwert wird das einerseits dadurch, dass viele unserer bewährten Instrumente derzeit nicht möglich sind. Auch wenn wir unsere Türen gerne weit öffnen würden, ist das in Zeiten der Pandemie keine Option. Außerdem verkompliziert wird unsere Arbeit dadurch, dass wir selbst durch unbekanntes Terrain navigieren. Gleichzeitig mit unseren Zielgruppen müssen wir unsere eigene Einschätzung der Pandemie entwickeln, unterschiedlichste Informationen verarbeiten, Möglichkeiten abwägen und nicht zuletzt zwischen unterschiedlichen Bedürfnissen in unseren Teams vermitteln. Kurz gesagt – auch die Jugendarbeit steht vor Herausforderungen.

In meinem Beitrag plädiere ich dafür, dass wir auf alle die offenen Fragen keine zu schnellen Antworten finden. Schutz vor Ansteckung ist wichtig, keine Frage. Aber wenn ich diesen Auftrag ernst nehme, kann es nicht einfach darum gehen in meiner Einrichtung möglichst keimfreie Verhältnisse zu schaffen. Im Sinne einer lebensweltorientierten Haltung muss ich mich damit auseinandersetzen wie Kinder und Jugendlichen mit der Pandemie umgehen und vor allem danach fragen, wie sie selbst das Risiko einschätzen. Hier kann es folglich nicht um einen erhobenen Zeigefinger gehen, sondern darum, Risikokompetenzen unserer Zielgruppen zu stärken. Auch in Zeiten von Corona muss sich sozialpädagogisches Handeln nicht nur an medizinischer Expertise, sondern an seinen eigenen Grundsätzen orientieren.

Mehr von meinen Überlegungen gibt es hier zum Nachlesen:
Link Zum Artikel „Corona hat mein Hirn gef***t“ in Soziale Arbeit 12.2020

Katharina Röggla
Verein JUVIVO
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