Der Einsatz von selbstgedrehten Videoclips in der digitalen Jugendarbeit

Eine Reflektion des Verein Multikulturelles Netzwerk

Die derzeitige COVID-19 Pandemie stellt uns alle gerade vor neue Herausforderungen. In der außerschulischen Jugendarbeit sehen wir uns besonders mit der Schwierigkeit konfrontiert, den persönlichen Kontakt zu den Jugendlichen durch telefonische und online Angebote zu ersetzen. Anfangs standen dabei besonders die Informationsweitergabe und Aufklärungsarbeit bezüglich des Virus und der daraus resultierenden Maßnahmen im Vordergrund.

Schnell sind wir jedoch zu dem Schluss gekommen, dass die (sozialen) Medien mit dem Thema überflutet werden und andere Thematiken untergehen. Dem wollten wir auf unseren Kanälen etwas entgegenwirken und Platz für andere Inhalte schaffen.

Wir haben uns dazu entschieden, neben herkömmlichen Posts vor Allem mit selbstgedrehten Videoclips zu arbeiten. Neben dem gezielten Einbringen verschiedener Thematiken war eine unserer Intentionen, zum Mitmachen, kreativ werden und Ausprobieren neuer Dinge anzuregen.

Kochvideos

Als unsere Räumlichkeiten noch geöffnet waren, haben wir für unsere Jugendlichen jeden Freitag frisch und gesund gekocht, am liebsten unter deren Mithilfe. Dieses Angebot wollten wir, so weit wie möglich beibehalten. Natürlich ist gemeinsames Kochen in der Einrichtung momentan verboten! Deshalb haben wir uns entschieden, wöchentlich ein Kochvideo zu drehen und zu veröffentlichen. Dabei war es uns wichtig, Gerichte zu präsentieren, die mit wenigen Zutaten und kleinem Budget zubereitet werden können. So haben wir zum Beispiel Nicecream (veganes Eis aus gefrorenen Bananen), Eiernockerl und Semmelknödel zubereitet und die Videos auf unserem Instagram- uns Facebook-Profil gepostet.

DIY-Videos

Besonders um die Osterzeit haben wir einige DIY-Videos mit Bastelanleitungen gepostet. Auch in unserer üblichen Arbeit in unserer Einrichtung, aber auch auf Streetwork und in der Parkbetreuung haben wir immer wieder kreative und musikalische Projekte gestartet. Mit unseren Bastelvideos wollten wir diesen Aspekt unserer Arbeit in die Online-Jugendarbeit einfließen lassen.

TikTok

Schon vor der Pandemie haben wir in unserem Verein begonnen, unsere Social Media Nutzung zu reflektieren und zu adaptieren. Bei Befragungen unserer Jugendlichen zu deren Social Media Nutzung ist die App „Tiktok“ immer wieder genannt worden. Die momentane Umstellung auf Homeoffice und der damit Verbundene Wegfall vieler unserer Angebote hat es uns ermöglicht, uns intensiv mit dieser App zu beschäftigen und sie in unser online Angebot aufzunehmen.

Zum einen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass TikTok gut genutzt werden kann, um Einblicke in aktuelle Jugendkulturen zu bekommen und herauszufinden, was gerade für Online-Trends kursieren. Andererseits nutzen wir die App, um an Challenges teilzunehmen oder selbst welche zu initiieren und die Jugendlichen dazu anzuregen, auch mitzumachen. Dabei handelt es sich meist um sportliche Aufgaben und Geschicklichkeitstests, welche auch zu Hause durchgeführt werden können.

Zusätzlich posten wir lustige Clips von uns oder unseren Haustieren, einfach zur Unterhaltung. Denn in Zeiten wie diesen ist es besonders wichtig, den Humor nicht zu verlieren und viel zu lachen!

Puppentheater

Zusätzlich zur Nutzung der Videos um Thematiken abseits von COVID-19 zu behandeln, hatten wir auch die Idee, diese zu nutzen, um Informationen zum Virus selbst aufzubereiten und humorvoll zu gestalten.

Einer unserer Kollegen nutzt diverse Handpuppen, um informative und zugleich unterhaltsame Puppentheater-Videos zum Thema COVID-19 zu drehen und zu veröffentlichen. Damit wollten wir vor allem unseren jüngeren Kids das Thema leicht verständlich und mit Humor näherbringen.

Fazit

Auf den Plattformen, die wir schon länger nutzen (Facebook und Instagram) wurden unsere Videos oft angesehen und geliked. Von einigen Jugendlichen haben wir auch in Gesprächen direktes Feedback bekommen.

Vor allem die Koch- und DIY-Videos kamen bei den Jugendlichen besonders gut an. Doch wir haben auch gemerkt, dass es oft schwer ist, sie zu motivieren, sich aktiv einzubringen. So gab es zum Beispiel bei einer zu Beginn der Ausgangsbeschränkungen von uns initiierten Fotochallenge keinerlei Beteiligung. Auch unser TikTok-Account hat noch kaum Follower und bei den dort von uns geposteten Challenges hat auch noch niemand mitgemacht.

Aber wir lassen uns nicht entmutigen! Wir können aus dieser herausfordernden Zeit alle viel lernen. Unser gesamtes Team hat sich vermutlich noch nie so intensiv mit den verschiedensten Plattformen, Apps und Bearbeitungstools auseinandergesetzt wie zurzeit. Und auch wenn wir hoffentlich bald wieder unseren gewohnten (Arbeits-) Alltag aufnehmen können – Social Media Kompetenzen und Medienkompetenzen im Allgemeinen sind in der Jugendarbeit heutzutage auf jeden Fall von Nutzen.

Links zu unseren Socialmedia-Kanälen:

https://www.facebook.com/cult1070
https://www.instagram.com/cult.team1070/
https://www.instagram.com/cult.kids1070/
https://www.mk-n.org

Laura Weinguny
Team.Cult
Kontakt:

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